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14. Dezember 2025

Orgel pur – Christian Schmitt. Elbphilharmonie Hamburg.

11:00 Uhr, Etage 12, Bereich B, Reihe 4, Platz 8



Camillo Schumann – Sonate Nr. 3 c-Moll op. 29
Maximilian Schnaus – Signals (from Remote Territories) für Pedal solo
Jehan Alain – Fantasie Nr. 1
Felix Mendelssohn Bartholdy – Orgelsonate D-Dur op. 65/5

(Pause)

Knut Nystedt – Le verbe éternel op. 133
Olivier Messiaen – Dieu est simple / aus: Neuf méditations sur le mystère de la sainte trinité
Max Reger – Wie schön leucht’ uns der Morgenstern / Choralfantasie für Orgel Es-Dur op. 40/1

Zugaben:

Johann Christian Heinrich Rinck – Ah, vous dirai-je, Maman op. 90 / Variationen und Finale über »Morgen kommt der Weihnachtsmann« für Orgel op. 90
Marcel Dupré – Souvenir

Christian Schmitt – Orgel



Camillo Schumann: Dritter Satz hat mir am besten gefallen, wobei etwas ungewöhnlicher Aufbau der Sonate – türmendes Moll als Ausklang? Keine Auflösung nach Dur? Aber muss ja auch nicht. Generell schönes Werk ohne den letzten bleibenden Eindruck.

Schnaus: Schaustück für die Füßchen mit Flöte und Knackfrosch – putzig, aber wenig nachhaltig. Schön: Anmoderation durch Schmitt, welche die unwirk- und -wirtlichen Weiten des Weltalls als mögliches Setting vorschlägt.

Alain: Das Highlight der ersten Hälfte – harmonisch expressiv, fordernd, spannend!

Mendelssohn: Kann man machen – an der Technik lässt es sich erfreuen, am musikalischen Material so mittel – wie üblich recht brav. Kurzer zweiter Satz? Finale strahlend.

Generelle Beobachtung: viel Erstgänger im Saal? Applaus nach jedem Satz (Schmitt quittiert es mit einem gütig/freundlichen Nicken), kommen auf den letzten Drücker.

Nystedt: gefällt mir ausgesprochen gut – melodisch, harmonisch, auch vom Aufbau her. Die Entdeckung des Abends.

Messiaen: Mit dem geschätzten Franzosen rennt man bei mir eh offene Türen ein. Ich liebe seine Klangsprache, allen voran die Harmonik, so auch in dieser durchweg zurückgenommenen, ja extrem zarten Méditation Nr. VIII. Neben dem Nystedt mein Highlight nach der Pause.

Reger: Hochkomplex und wache Konzentration bedingend – mir macht sowas große Freude.

Zwei Zugaben: Die Weihnachtsmann-Variation, um wirklich jeden im Saal abzuholen (so mancher musste für all die „Mühe“ sicher „entschädigt“ werden). Das Dupré-Souvenir als lieblicher Rausschmeisser.

Fazit: Christian Schmitt gewinnt den Saal mit einem bunten Bogen und seiner charmanten Art für sich.

11. Oktober 2023

Orgel pur. Iveta Apkalna, Benjamin Appl,
Martynas Levickis. Elbphilharmonie Hamburg.

20:00 Uhr, Etage 12, Bereich B, Reihe 4, Platz 8




Claudio Monteverdi – Domine, ad adiuvandum me festina
(Bearbeitung für Bariton, Akkordeon und Orgel)
Tu se’ morta, mia vita, aus: L’Orfeo
(Bearbeitung für Bariton und Akkordeon)

Arne Nordheim – Flashing

Philip Glass  Etüde Nr. 6

John Dowland – Flow, My Tears F II/6
(Bearbeitung für Bariton und Akkordeon)

Antonín Dvořák – Wolken und Dunkel ist um ihn her,
aus: Biblische Lieder op. 99
Der Herr ist mein Hirte, aus: Biblische Lieder op. 99

Johann Sebastian Bach – Ich habe genug, Arie aus: Ich habe genug BWV 82
(Bearbeitung für Bariton und Orgel)

(Pause)

Franz Schubert – Der Tod und das Mädchen D 531
(Bearbeitung für Bariton, Akkordeon und Orgel)

Lionel Rogg – La femme et le dragon
aus: Deux visions de l’apocalypse

Veli Kujala
Photon für Orgel und Akkordeon

Anonymus
Im schönen Wiesengrunde / aus: Russische Lieder und Tänze

Alfreds Kalninš
Liedertag / Volkslied aus Lettland

Friedrich Glück – In einem kühlen Grunde op. 60/3

Jazeps Vitols – Bikeris mironu sala, op. 34/3 / Volkslied aus Lettland

Johann Abraham Peter Schulz / Max Reger – Der Mond ist aufgegangen

Anonymus – Stok ant akmenėlio / Volkslied aus Litauen
Teka Saulė / Volkslied aus Litauen

(Benjamin Appl – Bariton, Martynas Levickis – Akkordeon, Iveta Apkalna – Orgel)



Auch wenn der Titel der Aboreihe "Orgel pur" diesmal nicht so recht passte, gab es heute sicher keinen Grund für Beschwerden – wurde er doch von gleich drei hervorragenden Solisten gestaltet: Zu Frau Apkalna, wie gewohnt als Beherrscherin der Königin der Instrumente, gesellten sich Herr Levickis mit seiner handlichen Ausgabe eines luftbefeuerten Tasteninstruments und der Bariton Benjamin Appl, über den mir erst kürzlich nur das Beste zugetragen wurde. Das Dreigestirn gestaltete dann auch einen vielschichtigen, gleichsam abwechslungsreichen wie anregenden Konzertabend, dem mit der gebotenen Innigkeit zu folgen leider nicht jedem Elphi-Besucher vergönnt war – schon verblüffend, wenn es nicht mal nach der ausdrücklichen Bitte des Sängers, man möge die abschließende Liedabfolge nicht durch Applaus unterbrechen, für diverse schlichte Gemüter einfach nicht machbar war, ihren Klatschjuckreiz unter Kontrolle zu halten.