19:00 Uhr, Parkett rechts, Reihe 6, Platz 15, nach der Pause Reihe 12, Platz 15 links
Benjamin Britten – Klavierkonzert (Barry Douglas)
(Pause)
Sergei Prokofjew – Sinfonie Nr. 7
Ein schöner, recht kurzer Konzertabend mit einer starken ersten und einer geruhsamen zweiten Hälfte. Litton ist das Klavierkonzert schön straff und knackig angegangen. Barry Douglas Interpretation ging ebenfalls in diese, das perkussive, rhythmische Element betonende Richtung. Daß die ein oder andere Feinheit des Stückes in diesem Elan etwas unterging, ist leicht zu verschmerzen. Zu einem guten Teil hängt dieser Eindruck sicher auch mit der direkten, aber auch inhomogenen Akustik so weit vorn im Parkett zusammen.
Da ist das Klangbild beim Prokofjew in Reihe 12 deutlich ausgewogener – aber weit weniger „anfassend“. Angefasst hat mich die Sinfonie beim ersten Hören ohnehin nicht besonders. Einige Romeo und Julia-Reminiszenzen wecken wehmütige Erinnerungen an „das Original“. Der Schluß mit seinem Bläsersatz und „Herunterticken“ ist nicht uninteressant.
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15. Oktober 2011
19. März 2011
Die Liebe der Danae – Andrew Litton.
Deutsche Oper Berlin.
19:30 Uhr, Parkett links, Reihe 4, Platz 13
Leider in allen Belangen schwächer als beim ersten mal. Reihe 4 kam akustisch weniger präsent rüber. Orchester mit vielen Unstimmigkeiten, es kam kein wirklicher Fluß zustande (Dirigat spannungslos/er), Blech mit diversen Patzern. Sänger auch durch die Bank schwächer – Ausnahme: die vier Königinnen; auch diesmal traumhaft (ebenfalls darstellerisch). Midas/Klink mit Intonations„freiheiten“, Jupiter matter, Danae/Uhl auch nicht restlos überzeugend. Am besten ist bei ihr immer noch das Zarte, Lyrische. Frage mich, ob ihr das „Volldramatische“ so ganz liegt. Zum Teil Schärfe in der Stimme. Viel Gemecker, dennoch war es ein lohnender Abend aufgrund der Uhl-Momente, die gelangen; dazu die Schönheiten des 3. Aktes mit der traumhaften audiovisuellen Symbiose während der Abschiedsmusik. Auch in der Wiederholung ein unglaublich starker Moment: Danae zieht das Bild hervor. Phänomenal. Der zweite Höreindruck bestätigt insgesamt: Die Oper enthält viel Schönes, Großartiges, ist aber nur bedingt eine vergessene Perle. Mehr eine Ergänzung, die hinter den „Klassikern“, aber z.B. auch Daphne zurücksteht. Wie gesagt, dennoch ein lohnender Abend.
Richard Strauss – Die Liebe der Danae
Musikalische Leitung – Andrew Litton
Inszenierung – Kirsten Harms
Spielleitung – Günther Kittler
Bühnenbild – Bernd Damovsky
Kostüme – Dorothea Katzer
Dramaturgie – Andreas K.W. Meyer
Lichtgestaltung – Manfred Voss
Künstlerische Produktionsleitung – Christian Baier
Chöre – William Spaulding
Jupiter – Mark Delavan
Merkur – Thomas Blondelle
Pollux – Mark Duffin
Danae – Manuela Uhl
Xanthe – Hulkar Sabirova
Midas – Matthias Klink
Vier Könige – Paul Kaufmann, Clemens Bieber, Nathan De'Shon Myers, Jörn Schümann
Semele – Hila Fahima
Europa – Martina Welschenbach
Alkmene – Julia Benzinger
Leda – Katarina Bradic
Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester der Deutschen Oper Berlin
Statisterie der Deutschen Oper Berlin
Leider in allen Belangen schwächer als beim ersten mal. Reihe 4 kam akustisch weniger präsent rüber. Orchester mit vielen Unstimmigkeiten, es kam kein wirklicher Fluß zustande (Dirigat spannungslos/er), Blech mit diversen Patzern. Sänger auch durch die Bank schwächer – Ausnahme: die vier Königinnen; auch diesmal traumhaft (ebenfalls darstellerisch). Midas/Klink mit Intonations„freiheiten“, Jupiter matter, Danae/Uhl auch nicht restlos überzeugend. Am besten ist bei ihr immer noch das Zarte, Lyrische. Frage mich, ob ihr das „Volldramatische“ so ganz liegt. Zum Teil Schärfe in der Stimme. Viel Gemecker, dennoch war es ein lohnender Abend aufgrund der Uhl-Momente, die gelangen; dazu die Schönheiten des 3. Aktes mit der traumhaften audiovisuellen Symbiose während der Abschiedsmusik. Auch in der Wiederholung ein unglaublich starker Moment: Danae zieht das Bild hervor. Phänomenal. Der zweite Höreindruck bestätigt insgesamt: Die Oper enthält viel Schönes, Großartiges, ist aber nur bedingt eine vergessene Perle. Mehr eine Ergänzung, die hinter den „Klassikern“, aber z.B. auch Daphne zurücksteht. Wie gesagt, dennoch ein lohnender Abend.
Richard Strauss – Die Liebe der Danae
Musikalische Leitung – Andrew Litton
Inszenierung – Kirsten Harms
Spielleitung – Günther Kittler
Bühnenbild – Bernd Damovsky
Kostüme – Dorothea Katzer
Dramaturgie – Andreas K.W. Meyer
Lichtgestaltung – Manfred Voss
Künstlerische Produktionsleitung – Christian Baier
Chöre – William Spaulding
Jupiter – Mark Delavan
Merkur – Thomas Blondelle
Pollux – Mark Duffin
Danae – Manuela Uhl
Xanthe – Hulkar Sabirova
Midas – Matthias Klink
Vier Könige – Paul Kaufmann, Clemens Bieber, Nathan De'Shon Myers, Jörn Schümann
Semele – Hila Fahima
Europa – Martina Welschenbach
Alkmene – Julia Benzinger
Leda – Katarina Bradic
Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester der Deutschen Oper Berlin
Statisterie der Deutschen Oper Berlin
5. Februar 2011
Die Liebe der Danae – Andrew Litton.
Deutsche Oper Berlin.
19:30 Uhr, Parkett links, Reihe 1, Platz 19
Akustik ok. Orchester gut mit Steigerung zum 2. Akt (insbesondere Blech verbessert). Streicher sehr warm. Dirigat: Angesichts eines ersten Höreindrucks kann ich keine definitive Wertung abgeben, empfinde die Gestaltung aber absolut straussisch. Ein ununterbrochener Fluß sprunghafter Harmonien. Wer die erste Welle verpaßt oder abgelenkt wird, hat es schwer. Meine Konzentration war glücklicherweise in guter Verfassung, auch wenn hier (Sprechen) und da (Husten) Eintrübung drohte.
Litton versteht es, Spannungsbögen zu ziehen (beispielsweise Duett Danae/Dienerin 1. Akt; Finale 1. und 2. Akt). Die Sänger: Klink angeblich angeschlagen, macht seine Sache aber sehr gut. Ich mag die Stimme sowieso. Uhl mit gewohnt magischer (physischer) Präsenz, stimmlich insgesamt nicht so beeindruckend wie sonst – sorgt aber an einschlägigen Stellen für Ausrufezeichen (z.B. zarte Midas-Worte im 2. Akt). Ihre Stimme ist und bleibt der sinnlichste Sopran, den ich kenne – vielleicht muß ich die Oper besser kennenlernen, um ihre Leistung mehr schätzen zu können. Es bleibt Jammern auf höchstem Niveau.
Sehr interessant: Mark Delavan als Jupiter – würde auch einen guten Wotan abgeben. Profund, wie man so sagt. Chor ziemlich lärmend, etwas erschlagend. Top: Damenquartett (Europa und Co.). Optisch wie stimmlich eine Wucht (inklusive mythologischer Handtaschen). Inszenierung: Wo ist das Problem? Was soll das Harms-Bashing? Ich finde alles plausibel, sinngebend, angemessen. Keine nervige Deutung, sondern gute Illustration der Geschehnisse. Warum nicht? Sehr subtile, vielschichtige Lichtregie. Im wahrsten Sinne schöne Bilder und Kostüme.
Der dritte Akt scheint mir musikalisch der interessanteste: erst einmal eine Komödie (Merkur, die vier Damen), dann folgt das emotional dichte Finale zwischen Jupiter und Danae. Deutliche Bezüge zum Ring (Loge, Walküren, Wotan, Brünnhilde). Strauss bewegt sich hier nicht nur musikalisch in Wagners Tradition und setzt sich mit ihr auseinander. Starke Bilder der Inszenierung (Zwischenmusik: Danae zieht das Bild hervor; einzelne, beleuchtete rote Rose vor dem Blau des Hintergrunds). Die Zwischenmusik läßt sich in eine Reihe mit Strauss' stärksten Eingebungen stellen. Wiederholungsbesuch im Februar erscheint mir sinnvoll.
Richard Strauss – Die Liebe der Danae
Musikalische Leitung – Andrew Litton
Inszenierung – Kirsten Harms
Spielleitung – Günther Kittler
Bühnenbild – Bernd Damovsky
Kostüme – Dorothea Katzer
Dramaturgie – Andreas K.W. Meyer
Lichtgestaltung – Manfred Voss
Künstlerische Produktionsleitung – Christian Baier
Chöre – William Spaulding
Jupiter – Mark Delavan
Merkur – Thomas Blondelle
Pollux – Burkhard Ulrich
Danae – Manuela Uhl
Xanthe – Hulkar Sabirova
Midas – Matthias Klink
Vier Könige – Paul Kaufmann, Clemens Bieber, Nathan De'Shon Myers, Hyung-Wook Lee
Semele – Hila Fahima
Europa – Martina Welschenbach
Alkmene –Julia Benzinger
Leda – Katarina Bradic
Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester der Deutschen Oper Berlin
Statisterie der Deutschen Oper Berlin
Akustik ok. Orchester gut mit Steigerung zum 2. Akt (insbesondere Blech verbessert). Streicher sehr warm. Dirigat: Angesichts eines ersten Höreindrucks kann ich keine definitive Wertung abgeben, empfinde die Gestaltung aber absolut straussisch. Ein ununterbrochener Fluß sprunghafter Harmonien. Wer die erste Welle verpaßt oder abgelenkt wird, hat es schwer. Meine Konzentration war glücklicherweise in guter Verfassung, auch wenn hier (Sprechen) und da (Husten) Eintrübung drohte.
Litton versteht es, Spannungsbögen zu ziehen (beispielsweise Duett Danae/Dienerin 1. Akt; Finale 1. und 2. Akt). Die Sänger: Klink angeblich angeschlagen, macht seine Sache aber sehr gut. Ich mag die Stimme sowieso. Uhl mit gewohnt magischer (physischer) Präsenz, stimmlich insgesamt nicht so beeindruckend wie sonst – sorgt aber an einschlägigen Stellen für Ausrufezeichen (z.B. zarte Midas-Worte im 2. Akt). Ihre Stimme ist und bleibt der sinnlichste Sopran, den ich kenne – vielleicht muß ich die Oper besser kennenlernen, um ihre Leistung mehr schätzen zu können. Es bleibt Jammern auf höchstem Niveau.
Sehr interessant: Mark Delavan als Jupiter – würde auch einen guten Wotan abgeben. Profund, wie man so sagt. Chor ziemlich lärmend, etwas erschlagend. Top: Damenquartett (Europa und Co.). Optisch wie stimmlich eine Wucht (inklusive mythologischer Handtaschen). Inszenierung: Wo ist das Problem? Was soll das Harms-Bashing? Ich finde alles plausibel, sinngebend, angemessen. Keine nervige Deutung, sondern gute Illustration der Geschehnisse. Warum nicht? Sehr subtile, vielschichtige Lichtregie. Im wahrsten Sinne schöne Bilder und Kostüme.
Der dritte Akt scheint mir musikalisch der interessanteste: erst einmal eine Komödie (Merkur, die vier Damen), dann folgt das emotional dichte Finale zwischen Jupiter und Danae. Deutliche Bezüge zum Ring (Loge, Walküren, Wotan, Brünnhilde). Strauss bewegt sich hier nicht nur musikalisch in Wagners Tradition und setzt sich mit ihr auseinander. Starke Bilder der Inszenierung (Zwischenmusik: Danae zieht das Bild hervor; einzelne, beleuchtete rote Rose vor dem Blau des Hintergrunds). Die Zwischenmusik läßt sich in eine Reihe mit Strauss' stärksten Eingebungen stellen. Wiederholungsbesuch im Februar erscheint mir sinnvoll.
Richard Strauss – Die Liebe der Danae
Musikalische Leitung – Andrew Litton
Inszenierung – Kirsten Harms
Spielleitung – Günther Kittler
Bühnenbild – Bernd Damovsky
Kostüme – Dorothea Katzer
Dramaturgie – Andreas K.W. Meyer
Lichtgestaltung – Manfred Voss
Künstlerische Produktionsleitung – Christian Baier
Chöre – William Spaulding
Jupiter – Mark Delavan
Merkur – Thomas Blondelle
Pollux – Burkhard Ulrich
Danae – Manuela Uhl
Xanthe – Hulkar Sabirova
Midas – Matthias Klink
Vier Könige – Paul Kaufmann, Clemens Bieber, Nathan De'Shon Myers, Hyung-Wook Lee
Semele – Hila Fahima
Europa – Martina Welschenbach
Alkmene –Julia Benzinger
Leda – Katarina Bradic
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