Posts mit dem Label Die Liebe der Danae werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Die Liebe der Danae werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

19. März 2011

Die Liebe der Danae – Andrew Litton.
Deutsche Oper Berlin.

19:30 Uhr, Parkett links, Reihe 4, Platz 13


Leider in allen Belangen schwächer als beim ersten mal. Reihe 4 kam akustisch weniger präsent rüber. Orchester mit vielen Unstimmigkeiten, es kam kein wirklicher Fluß zustande (Dirigat spannungslos/er), Blech mit diversen Patzern. Sänger auch durch die Bank schwächer – Ausnahme: die vier Königinnen; auch diesmal traumhaft (ebenfalls darstellerisch). Midas/Klink mit Intonations„freiheiten“, Jupiter matter, Danae/Uhl auch nicht restlos überzeugend. Am besten ist bei ihr immer noch das Zarte, Lyrische. Frage mich, ob ihr das „Volldramatische“ so ganz liegt. Zum Teil Schärfe in der Stimme. Viel Gemecker, dennoch war es ein lohnender Abend aufgrund der Uhl-Momente, die gelangen; dazu die Schönheiten des 3. Aktes mit der traumhaften audiovisuellen Symbiose während der Abschiedsmusik. Auch in der Wiederholung ein unglaublich starker Moment: Danae zieht das Bild hervor. Phänomenal. Der zweite Höreindruck bestätigt insgesamt: Die Oper enthält viel Schönes, Großartiges, ist aber nur bedingt eine vergessene Perle. Mehr eine Ergänzung, die hinter den „Klassikern“, aber z.B. auch Daphne zurücksteht. Wie gesagt, dennoch ein lohnender Abend.


Richard Strauss – Die Liebe der Danae
Musikalische Leitung – Andrew Litton
Inszenierung – Kirsten Harms
Spielleitung – Günther Kittler
Bühnenbild – Bernd Damovsky
Kostüme – Dorothea Katzer
Dramaturgie – Andreas K.W. Meyer
Lichtgestaltung – Manfred Voss
Künstlerische Produktionsleitung – Christian Baier
Chöre – William Spaulding

Jupiter – Mark Delavan
Merkur – Thomas Blondelle
Pollux – Mark Duffin
Danae – Manuela Uhl
Xanthe – Hulkar Sabirova
Midas – Matthias Klink
Vier Könige – Paul Kaufmann, Clemens Bieber, Nathan De'Shon Myers, Jörn Schümann
Semele – Hila Fahima
Europa – Martina Welschenbach
Alkmene – Julia Benzinger
Leda – Katarina Bradic

Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester der Deutschen Oper Berlin
Statisterie der Deutschen Oper Berlin

5. Februar 2011

Die Liebe der Danae – Andrew Litton.
Deutsche Oper Berlin.

19:30 Uhr, Parkett links, Reihe 1, Platz 19


Akustik ok. Orchester gut mit Steigerung zum 2. Akt (insbesondere Blech verbessert). Streicher sehr warm. Dirigat: Angesichts eines ersten Höreindrucks kann ich keine definitive Wertung abgeben, empfinde die Gestaltung aber absolut straussisch. Ein ununterbrochener Fluß sprunghafter Harmonien. Wer die erste Welle verpaßt oder abgelenkt wird, hat es schwer. Meine Konzentration war glücklicherweise in guter Verfassung, auch wenn hier (Sprechen) und da (Husten) Eintrübung drohte.

Litton versteht es, Spannungsbögen zu ziehen (beispielsweise Duett Danae/Dienerin 1. Akt; Finale 1. und 2. Akt). Die Sänger: Klink angeblich angeschlagen, macht seine Sache aber sehr gut. Ich mag die Stimme sowieso. Uhl mit gewohnt magischer (physischer) Präsenz, stimmlich insgesamt nicht so beeindruckend wie sonst – sorgt aber an einschlägigen Stellen für Ausrufezeichen (z.B. zarte Midas-Worte im 2. Akt). Ihre Stimme ist und bleibt der sinnlichste Sopran, den ich kenne – vielleicht muß ich die Oper besser kennenlernen, um ihre Leistung mehr schätzen zu können. Es bleibt Jammern auf höchstem Niveau.

Sehr interessant: Mark Delavan als Jupiter – würde auch einen guten Wotan abgeben. Profund, wie man so sagt. Chor ziemlich lärmend, etwas erschlagend. Top: Damenquartett (Europa und Co.). Optisch wie stimmlich eine Wucht (inklusive mythologischer Handtaschen). Inszenierung: Wo ist das Problem? Was soll das Harms-Bashing? Ich finde alles plausibel, sinngebend, angemessen. Keine nervige Deutung, sondern gute Illustration der Geschehnisse. Warum nicht? Sehr subtile, vielschichtige Lichtregie. Im wahrsten Sinne schöne Bilder und Kostüme.

Der dritte Akt scheint mir musikalisch der interessanteste: erst einmal eine Komödie (Merkur, die vier Damen), dann folgt das emotional dichte Finale zwischen Jupiter und Danae. Deutliche Bezüge zum Ring (Loge, Walküren, Wotan, Brünnhilde). Strauss bewegt sich hier nicht nur musikalisch in Wagners Tradition und setzt sich mit ihr auseinander. Starke Bilder der Inszenierung (Zwischenmusik: Danae zieht das Bild hervor; einzelne, beleuchtete rote Rose vor dem Blau des Hintergrunds). Die Zwischenmusik läßt sich in eine Reihe mit Strauss' stärksten Eingebungen stellen. Wiederholungsbesuch im Februar erscheint mir sinnvoll.


Richard Strauss – Die Liebe der Danae
Musikalische Leitung – Andrew Litton
Inszenierung – Kirsten Harms
Spielleitung – Günther Kittler
Bühnenbild – Bernd Damovsky
Kostüme – Dorothea Katzer
Dramaturgie – Andreas K.W. Meyer
Lichtgestaltung – Manfred Voss
Künstlerische Produktionsleitung – Christian Baier
Chöre – William Spaulding

Jupiter – Mark Delavan
Merkur – Thomas Blondelle
Pollux – Burkhard Ulrich
Danae – Manuela Uhl
Xanthe – Hulkar Sabirova
Midas – Matthias Klink
Vier Könige – Paul Kaufmann, Clemens Bieber, Nathan De'Shon Myers, Hyung-Wook Lee
Semele – Hila Fahima
Europa – Martina Welschenbach
Alkmene –Julia Benzinger
Leda – Katarina Bradic

Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester der Deutschen Oper Berlin
Statisterie der Deutschen Oper Berlin