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10. November 2018

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks –
Manfred Honeck. Gasteig München.

19:00 Uhr, Block Q, Reihe 5, Sitz 25



Ludwig van Beethoven – Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 
G-Dur, op. 58 (Igor Levit)
Zugabe des Solisten: Beethoven? Variationssatz?

(Pause)

Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 1 D-Dur



Der Gasteig und ich werden wohl keine Freunde mehr werden. Nachdem sich heute abermals die akustischen Defizite des (viel zu) großen Saales bemerkbar machten und darüber hinaus von einer äußerst befremdlichen Attitüde des Personals akkompagniert wurden, welche irgendwo zwischen überfordert, argwöhnisch belehrend oder schlichtweg ungastfreundlich anzusiedeln war, bin ich doch mehr als froh, dieses herrliche Orchester in schöner Regelmäßigkeit in der heimischen Philharmonie-Alternative bewundern zu dürfen. Vielleicht bringt ein Sitz mit weniger Outsorcing-Feeling, irgendwo auf halbem Wege zwischen Bühne und dem Hang, der noch nicht einmal das Ende der platztechnischen Fahnenstange bedeutet, sich aber dennoch meilenweit vom Geschehen anfühlt, eine Verbesserung, aber ich bin mir nicht mehr sicher, ob sich weitere Experimente in dieser Scheune lohnen und man nicht einfach abwarten sollte, bis sich München ebenfalls zu einem vernünftigen Konzerthaus durchgerungen hat. So bleibt erst einmal die Erinnerung an ein großartiges Konzert unter kleinartigen Bedingungen. Man ist nicht allein zu weit von der Bühne entfernt, als dass ein Fortissimo auch wie ein solches bei einem ankommen könnte, der übertragene Ton ist zudem durchweg stumpf und breiig ohne jede Brillanz, so dass sich gerade Feinheiten lediglich als Ahnung übertragen und eine transparente Wirkung des Orchestergefüges nahezu ausgeschlossen ist. Aber genug der Schelte, selbst diese maue Akustik konnte einer nahezu perfekten Darbietung kaum etwas anhaben.

Nachdem Maestro Jansons seine Teilnahme an diesem und weiteren Konzerten seines Orchesters aus gesundheitlichen Gründen absagen musste, ließen mich Umbesetzung und Programmänderung doch weiterhin auf einen großen Abend hoffen. Der Verzicht auf Mahlers eher selten gespielte Siebte mag im ersten Moment ein kleiner Dämpfer gewesen sein, doch wenn man Mahler ersetzt, dann am besten mit Mahler, und natürlich ist auch Beethoven als Beifang nicht zu verachten. Manfred Honeck genießt seit dem Mahler-Geniestreich mit seinen Pittsburghern in der Laeiszhalle (Link) mein höchstes Vertrauen und vermochte jenes heute auf beeindruckende Art aufzufrischen. Mit Igor Levit konnte ich endlich einmal einen Künstler erleben, von dem ich zwar bereits viel Gutes gehört hatte – ihn selbst jedoch nicht. Die Kombination Honeck/Levit sollte sich dabei als ideal erweisen.

Während der Einspringer vom Pult aus für eine enorm konstrastreiche Lesart des Partitur sorgte und eine flotte Interpretation mit oftmals knackig-scharf konturiertem Ausdruck gestaltete, ergänzte sich dies vortrefflich mit dem überaus zarten Anschlag des jungen Russen – am eindringlichsten im zweiten Satz zu beobachten, in dem die mit größtmöglicher Schroffheit, ja Aggressivität vorgetragenen Eingaben der Streicher vom Solisten auf das Zarteste, Behutsamste beantwortet wurden. Dabei ist Honeck beileibe kein Brutalisnki, wovon beispielhaft die daraufhin einsetzende Beruhigung des Orchesters und viele weitere Passagen intimsten Ausdrucks zeugen, die teilweise den akustischen Rahmen bis an die Grenzen des Hörbaren ausloteten. Bleibt noch die Frage nach der Urheberschaft der vom Solisten gewählten Kadenz des ersten Satzes, welche in ihrem modernen, expressiven Duktus überraschte, gleichzeitig jedoch das Wesen des Beethovenschen Mikromotivik-Baukastens perfekt einfing. Bei der Zugabe stellte Levit noch einmal die Vielseitigkeit seiner Anschlagskultur und Wandlungsfähigkeit im Ausdruck unter Beweis, anstatt das Publikum mit einer typischen Virtuosenblendgranate beeindrucken zu wollen – sehr sympathisch.

Mit Mahlers Ersten blieb Honeck seiner von mir erstmals in Hamburg genossenen Handschrift treu. Auch hier arbeitete er mit starken Kontrasten, vor allem im Ausdruck, aber ebenfalls im Tempo, dass mal rubatoartig changierte und immer wieder vehement anzog, um das vermeintlich Disparate, die oft collagenhaft aufeinanderprallenden Gegensätze konsequent herauszuarbeiten. Dabei kam neben dem Treibenden, unbändig Vitalen ebenso das lyrische Moment nicht zu kurz, welches beispielsweise in der scheu-entrückten Lindenbaum-Passage des dritten Satzes an intimer Verletzlichkeit kaum zu steigern war. Andererseits ist sich Honeck nicht zu schade, das bäuerliche Tanzbein im zweiten Satz aufs Derbste schwingen zu lassen, was wiederum einen wunderbaren Kontrast zum für meine Begriffe durchaus parodistisch aufzufassenden „feinen“ Walzer schuf. Abgesehen davon, dass ich ohnehin jedesmal aufs Neue über die Großartigkeit der Konzeption der Sinfonie als Ganzes und ihres Finales im Besonderen staune, war es wieder eine Wonne, dieses musikalisch wie narrativ so plastisch fassliche Wunderwerk in solch kompromissloser Perfektion erleben zu dürfen. Da spielt es auch keine Rolle, dass z.B. unter der Dauerbelastung im Blech der ein oder andere Ton nicht hundertprozentig saß – das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks erweckt Mahler zum Leben, wie er zu klingen hat. Meinen Dank an Manfred Honeck und meine Genesungswünsche an Mariss Jansons.

18. August 2012

S-H Festival Orchester – Manfred Honeck.
MUK Lübeck.

20:00 Uhr, Parkett links, Reihe 7, Platz 20



Wolfgang Amadeus Mozart – Violinkonzert A-Dur KV 219 (Arabella Steinbacher)
Zugabe: Eugène Ysaÿe – Sonate für Violine solo Nr. 2, 1. Satz (Obsession)

(Pause)

Anton Bruckner – Sinfonie Nr. 7



Wie schön könnten Konzerte doch sein, wäre da nicht diese leidige Kleinigkeit, die allzu häufig wahren Genuss unmöglich macht – das Publikum. Andererseits kommt der Katalog der Verfehlungen nicht ohne ein gehöriges Maß Abwechslung daher – gehört man nicht zu der verschrobenen Minderheit, die sich unbedingt mit dem Konzert beschäftigen möchte, wird es so schnell nicht langweilig.

Ich notiere für den heutigen Abend: Eine solistisch in die Stille scheppernde Platzmarke. Ein leider etwas undeutlicher Handyton. Nach jedem Brucknersatz die akustische Simulation eines lauschigen Sommerregens mit Niederschlagsüberhang in den jeweils folgenden Satz hinein mittels vorbildlich synchron agierender Bonbonentfaltungsbrigaden. Das Erlebnis ursprünglicher Kommunikationsmuster anhand primitiver Hust-, Schnaub-, Grunz- und Röchelstafetten. Ein einsamer Recke, der den verdutzten Pünktlichsitzern der von ihm umgepflügten ersten Reihe eindrucksvoll demonstriert, daß es nie zu spät ist. Und schließlich der vielleicht berührendste Moment: Rechtzeitig zum Einsatz der Solistin läßt ein umsichtiger Musikliebhaber im ersten Rang etwas Großes, Klirrendes fallen, um noch mal die Konzentration seiner Hörgenossen zu schärfen – herrlich!

Ganz nebenbei wurde dann auch noch musiziert. Ein Violinkonzert des göttlichen Langweilers und nach der Pause zur Entschädigung Bruckner. Steinbacher und Honeck bewahren mich vor der üblichen einschläfernden Wirkung. Die Solistin mit feinem Ton, zerbrechlich, zart, intonationsrein, kontrolliert, teilweise fast zu gesittet – im entsprechenden Moment schon zupackend, dabei aber nie grob oder unbeherrscht. Bezeichnend: die immer wiederkehrende, weiche Bewegung des Arms beim Zurücknehmen des Bogens. Müßte ich ihr Spiel in einem Wort beschreiben, würde ich wohl ein „nobel“ aus der Attribute-Schublade fischen.

Dieser feine Zugang harmoniert vortrefflich mit Honecks Interpretation, die deutlich milder ausfällt, als erwartet. Wenn man es genau bedenkt aber eigentlich ganz in seiner Tradition, nur eben auf Mozart gemünzt. Leicht und luftig der erste Satz, dazu das Honeck-typische Herunterregeln der Lautstärke an die Grenzen der Verflüchtigung, um größtmögliche Kontraste zu erzielen. Im Final-Marsch wieder gewohnt energisch, geladen, federnd. Über die drei Sätze betrachtet aber eher elegisch-versonnen. Wenn schon Mozart, dann beispielsweise so.

Der ersehnte Bruckner hinterließ einen gemischten Eindruck. Ein äußerst interessantes Dirigat trifft auf die Gegebenheiten eines Orchesters, das in letzter Konsequenz nicht die nötigen Feinheiten aufzubieten vermag. Dabei ist das Schleswig-Holstein Festival Orchester beileibe kein schlechtes. Das stellt es vor allem im rhythmischen Taumel des Scherzo und dem knackigen Finale unter Beweis, wenn Honeck auf sein akzentuiertes Hochspannungs-Dirigat umschaltet. Das Besondere seiner Interpretation liegt – wie bereits im Mozart – jedoch nicht im Auftrumpfen, sondern in der Ausgestaltung leiser und leisester Passagen – hier durch die Einbindung in das schluchtartige dynamische Gefälle mit der Wirkung brutalster Fragilität. Für diesen behutsamen, fast schon kammermusikalischen Bruckner mangelt es dem Orchester – vor allem im Adagio – an Klangfarben, um jene Nuancen zum Blühen zu bringen. Insbesondere die Bläser werden dem Anspruch dieses Konzeptes nicht immer gerecht.

Doch auch wenn Blech und Holz sich mitunter allzu irdisch betrugen und nicht jedes Streicherunisono die Schwere des Profanen abzustreifen gewillt war, verbuche ich den Abend als Gewinn, da er mir wieder einmal die bestechende Kunst Honecks vor Augen und (mehrheitlich inneren) Ohren geführt hat.




20. November 2011

NDR Sinfonieorchester – Manfred Honeck.
Laeiszhalle Hamburg.

11:00 Uhr, 1. Rang links, Loge 8, Reihe 2, Platz 8


Arvo Pärt – Cantus in memoriam Benjamin Britten
Wolfgang Amadeus Mozart – Klavierkonzert KV 467 (Rudolf Buchbinder)
Zugabe: Ludwig van Beethoven – Klaviersonate Nr. 8 „Pathétique“ (Finale)

(Pause)

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky – Sinfonie Nr. 6 „Pathétique“



Die erste Hälfte des Konzerts ist rasch besprochen: Pärt ist und bleibt ein Langweiler, Mozart ödet wie eh und je, Buchbinder ist ein vorzüglicher Solist. Das wirkliche Ereignis des Konzerts aber ist Honeck, der das NDR SO im Tschaikowsky zu einer atemberaubenden Interpretation peitscht.

Sicher sind die Vorzüge des Österreichers schon in der Bildung des Streicherteppichs bei Pärt und im differenzierten Mozart-Konzert zu vernehmen, richtig Spaß macht das Ganze allerdings dann in der Kombination mit einer Musik, die ihn die ganze Palette orchestraler Möglichkeiten ausbreiten läßt.

Dabei treten erfreulicherweise die gleichen Eigenarten hervor, die Honeck bereits in den letzten Begegnungen auszeichnete: eine enorme dynamische Bandbreite, starke Kontraste in den Tempi, insbesondere ein soghaftes Anziehen des Tempos bei Steigerungen, Ausdruck, wie er differenzierter kaum sein könnte, von unerbittlich knackig bis entrückt elegisch. Honeck führt das brave Orchester zur Spitzenleistung, entlockt ihm die entsprechenden Klangfarben, befeuert im Wortsinne.

Sicher, gewisse Schwächen des Orchesters kann er als Gast nicht vollständig abstellen (Hörner und Trompeten sind einfach nicht ideal), aber diese Umstände werden zu Details degradiert, die das große Ganze nicht einzutrüben vermögen. Seit langem endlich mal wieder ein begeisterndes Konzert mit dem NDR dank des fulminanten Zugangs Honecks. Bitte möglichst häufig wieder einladen! Für mein Empfinden einer der vielseitigsten, spektakulärsten, schlichtweg besten Dirigenten überhaupt.

27. August 2011

Pittsburgh Symphony Orchestra – Manfred Honeck.
Laeiszhalle Hamburg.

20:00 Uhr, 1. Rang links, Loge 6, Platz 1


Wolfgang Rihm – Lichtes Spiel (Anne-Sophie Mutter)
Felix Mendelssohn Bartholdy – Violinkonzert (Anne-Sophie Mutter)

(Pause)

Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 5



Die Akustik des ersten Rangs ist nicht schlecht, angesichts der heute gebotenen Ausnahmequalität aller Beteiligten vermißt man jedoch eine feinere akustische Bühne, wie sie die vielfach von mir bemühte Kölner Philharmonie bereitstellt.

Rihm: interessantes, recht zugängliches Stück, das Assoziationen an einen lauen Sommerabend weckt. Sehr abwechslungsreich. Auch in der hierfür erforderlichen kleinen Besetzung läßt das Orchester seine außerordentliche Qualität aufblitzen. Streicher, die dem lapidare Wörtchen „schön“ wieder Gewicht verleihen. Samtig, homogen, klangvollendet. Dazu gesellen sich perfekte, zarteste Holzbläser und liebliche Hörner. Und Frau Mutter? Bin ich diesmal mit so gut wie keinem Erwartungsdruck an das Konzert herangegangen, macht ihr Spiel doch vom ersten Moment klar, warum sie seit Jahrzehnten diese Ausnahmestellung in der medialen Wahrnehmung genießt.

Ein Vergleich drängt sich mir auf: die Sokolov der Geige. Natürlich etwas windschief angesichts des Bekanntheitsgefälle, aber für mich absolut passend. Beide Künstler verstehen es, ihren Instrumenten „unerhörte“ Klänge zu entlocken, die verblüffen, ins Mark treffen, Atem rauben. Gleich nach den ersten Bogenstrichen besteht kein Zweifel: man ist gut aufgehoben, es ist alles richtig, wird alles gut. Eine selbstverständliche, organische Extremvirtuosität. Der Ton ist lupenrein, ohne kalt oder hart zu sein. Alle denkbaren Facetten werden präsentiert. Zupackende Energie, die mitreißt wechselt mit zartestem Saitenhauch. Samtig. Warm. Agil. Versonnen.

Mendelssohn gehört zu jenen Komponisten, deren Erscheinen auf einem Konzertprogramm mich nicht unbedingt innerlich in die Hände klatschen lassen. Sein Violinkonzert hörte ich bereits mehrere Male, ohne besonders Anteil daran genommen zu haben. Dieser Umstand erfuhr heute zumindest eine Ausnahme. Die Kombination Pittsburgh/Honeck/Mutter läßt das Werk für mich gewissermaßen neu entstehen – so bin ich dabei! Und wie: Honecks Interpretation ist genau nach meinem Geschmack. Flottes Grundtempo, energische Herangehensweise, dennoch sensibelste Klang-Oasen schaffend. Eigentlich so, wie ich auch Beethoven am liebsten höre. Die perfekte Balance zwischen knackig und elegisch. Alles bleibt jederzeit im Fluss. Das Hauptthema des zweiten Satzes schlägt, obwohl wie gesagt nur allzu bekannt, von Mutter dargeboten, ein wie eine Bombe. Oder vielmehr: schneidet wie ein heißes Messer durch mein Butterherz. Nicht auszudenken, hätte Beethoven oder Sibelius auf dem Programm gestanden ... Über das Orchester braucht es nicht viele Worte. Perfekt trifft es ganz gut. Der letzte Satz gerät zum Musterbeispiel dafür, daß atemberaubende Virtuosität sehr wohl mit Wärme und Emotionalität vereinbar ist. Leider keine Zugabe der Solistin.

Mahler: schon in der Pause läßt das sich einspielende Blech keinen Zweifel daran, daß man gleich einiges im Angebot hat. Eine Mahler-Sturmfront zum Beispiel. Ist schon eine Weile her, daß mir der erste Satz derart vor den sprichwörtlichen Latz geknallt wurde. Es bleibt dabei, Streicher und Holz agieren von erster Güte, hinzu kommt nun eine Blechabteilung, die schlicht Weltklasse ist. Hier braucht man sich nicht lange mit irgendwelchen Kieksern oder Wacklern (ja, gab's auch mal) aufzuhalten, sondern kann sich bedingungslos an der schieren Spielfreude und Klangpracht laben. Und es geht hier nicht etwa um bloße Kraftmeierei, man hat einfach alles im Portfolio: wahlweise stählern schneidende oder fast holzbläserhaft agierende Trompeten, schwarzschmetternde oder satt grundierende Posaunen, eine profunde Tuba und zu guter Letzt eine wahnwitzig gute Hornclique, deren Solist im Scherzo eine Präsentation zum Thema „warum ein Horn einfach alles kann“ hält. Kein Zweifel, das Blech ist der Star des (Mahler-)Abends. Auch weil es die wunderbaren Streicher als einzigen Mini-Wermutstropfen in der absoluten Höhe ein wenig an Schärfe vermissen lassen (Adagietto), wie ich es so gern mag.

Nun ja, der eigentliche „Star“ des Abends ist natürlich Manfred Honeck. Gestatten, Honeck, Mahlerfuchs, den niemand auf dem Zettel hat (ich zumindest bis heute nicht). Was sich im Mendelssohn andeutet, wird hier Gewißheit: der Mann kann es einfach. Sein Konzept: einfach Mahler ernst nehmen und Ernst machen. Bretthart und bedingungslos, wo es sich gehört, an anderen Stellen bereit, das Zartestmögliche mit diesem Riesenorchester zu realisieren. Auf die einzelnen Sätze möchte ich gar nicht im Detail eingehen, es fühlt sich einfach richtig an. Die Kontraste (insbesondere der Dynamik) stimmen, der Gehalt erschließt sich. Ich hoffe inständig, daß sich diese Lesart auch auf die gerade im Werden befindliche Gesamtaufnahme überträgt, um ihren Finessen auch „am stillen Herd“ nachspüren zu können.

Hatte ich mein Autogrammjägerdasein weitgehend an den Nagel gehängt, nötigte mir dieser Abend doch einen Rückfall ab, um mich bei Solistin und Dirigent persönlich zu bedanken.